Wahrscheinlich gibt es in Ihrem Leben eine Person, bei deren Anblick Sie schon einmal vor Freude strahlten. Vielleicht ist es Ihr Kind, Ihre Mutter, Ihr Vater, ein Freund oder eine Freundin. Es ist schwer zu sagen, wer dies sein wird – immer bleibt der Moment der Überraschung, und es wird dies nicht die einzige Person sein, die in Ihnen eine solche Reaktion des Wiedererkennens weckt.
Sie wissen einfach, dass Sie eine Gemeinsamkeit am Leben haben. Diese Person gibt Ihrem Leben „Geschmack“; Sie fühlen sich, als wären Sie vom Licht umstrahlt. Vielleicht sind auch Sie für jemanden genau diese Person.
Das ist Gottes Werk.
Wir nehmen das Leben auf wundersame Weise wahr in der Annahme, dass wir Beziehungen aufbauen. Das stimmt auch bis zu einem gewissen Grad, denn wir tragen eine Verpflichtung und Verantwortung uns selbst und anderen in dieser Gemeinschaft gegenüber. Wir sind jedoch nicht die Hauptautoren.
Wenn wir davon ausgehen, dass alles, was wir im Leben empfangen, ein Geschenk ist, dann ist dieses „Salz“ und dieses „Licht“, von dem Jesus in seinem Gleichnis spricht, sein ursprüngliches Geschenk, mit dem er alles ins Dasein rief.
Wenn Jesus sagt: „Ihr seid“, dann schafft er Wirklichkeit; denn im Wesen Gottes ist das „Ich bin, der ich bin“ – sein Name, sein unendlicher schöpferischer Geist. Wir mögen das Licht trüben und versuchen, es auszulöschen, unsere Taten mögen verdorben sein, aber niemals gänzlich erlöschen, denn ein Teil davon ist „Ich bin“. Die Seele übersteht die härtesten Winter – mit nur wenig Salz und ein wenig Öl in der Lampe –, wenn sie Gott nahe hält und mit ihm rechnet; denn das Wenige kann in jedem Augenblick vermehrt werden.
Wir haben von Menschen gehört oder sie getroffen, die schreckliche Prüfungen, Unfälle und Schmerzen überstanden haben und dennoch auf besondere Weise ehrlich, sanftmütig und weise geblieben sind. Sie nahmen den Mangel an Salz und Öl in der Lampe in Kauf, in der Hoffnung auf Vermehrung. Und es wurde ihnen gegeben: Salz und Licht, Trost und Freude verändern sich so sehr, dass man kaum noch versteht, was einen verbindet und was einen bewegt. Sie sind die Jünger, die ihr Licht, ihre innere Lebensfreude, mit anderen teilten.
Und auch Sie tragen gewiss Salz und Licht in sich, wie es im Matthäusevangelium (Mt 5,13–16) erwähnt wird. Sie können mit anderen die Hoffnung teilen, die Sie bewegt, das Gute, das in Ihnen ist, die kleinen Dinge des Lebens: ein Lächeln, einen Blick, ein gutes Wort, eine Tasse Tee, einen Teller mit Speisen, ein hörendes Ohr, ein Gebet für den anderen.
Darin liegt die frohe Botschaft – zumindest ein Teil von ihr: dass es jene gibt, die empfangen haben und jene die geben; die die euch suchen und die welche ihr sucht – denn Gott hat zuerst nach Dir gesucht.
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