Die jungen Priester der Diözese Eisenstadt trafen sich am 1. Juni 2026 in der Kirche St. Ladislaus in Siget in der Wart zu ihrem regelmäßigen Priestertreffen. Die Begegnung fand in einer Atmosphäre des Gebets, der Gemeinschaft und des brüderlichen Austauschs über pastorale Erfahrungen statt.
Einen besonderen Akzent erhielt das Treffen durch das Gedenken an den heiligen Justin den Märtyrer, einen der bedeutendsten christlichen Schriftsteller und Verteidiger des Glaubens in den ersten Jahrhunderten der Kirche. Die Teilnehmer erinnerten sich an seinen Lebensweg und sein Glaubenszeugnis, das auch heute Priester und Gläubige inspiriert.
Der heilige Justin wurde im 2. Jahrhundert in Samarien geboren. Als junger Mann suchte er unermüdlich nach der Wahrheit und studierte verschiedene philosophische Schulen und Wissenschaften seiner Zeit. Erst im Christentum fand er Antworten auf seine tiefsten Fragen. Vor dem Kaiser bekannte er mutig: „Ich habe alle Wissenschaften studiert, aber nur in der Lehre, die die Christen im Glauben befolgen, habe ich die Wahrheit gefunden.“ Weil er seinem Glauben treu blieb, erlitt er zusammen mit sechs seiner Schüler um das Jahr 164 den Martyrertod.
Gerade das Beispiel des heiligen Justin stand im Mittelpunkt des geistlichen Teils des Treffens. Seine Offenheit für die Wahrheit, die Verbindung von Glauben und Vernunft sowie seine Bereitschaft, für Christus sogar sein Leben hinzugeben, sind auch heute eine wichtige Inspiration für Priester in ihrem pastoralen Dienst.
Besonders eindrucksvoll waren Justins Worte über die Eucharistie, in denen er den Glauben und die Liturgie der frühen Kirche beschreibt. Sein Zeugnis über die sonntägliche Versammlung der Gläubigen, das Hören des Wortes Gottes, das gemeinsame Gebet und die Feier der Eucharistie zeigt die Kontinuität des kirchlichen Lebens von den apostolischen Zeiten bis heute.
Während des Treffens tauschten die Priester Erfahrungen aus ihren Pfarren aus und sprachen über aktuelle pastorale Herausforderungen. Dabei wurde die Bedeutung der gegenseitigen Unterstützung, der Gemeinschaft und der Zusammenarbeit für die Verkündigung des Evangeliums in der heutigen Gesellschaft hervorgehoben.
Das Treffen in der Kirche St. Ladislaus endete mit einem gemeinsamen Gebet und einem brüderlichen Beisammensein. Die Teilnehmer dankten den Gastgebern für die herzliche Aufnahme und stärkten ihre Sicht für die Bedeutung der priesterlichen Gemeinschaft im Dienst am Volk Gottes.
„Wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht leben.“ (Ps 133,1)
Foto: Marko Zadravec