Zu Gründonnerstag fliegen nach alter Überlieferung die Glocken nach Rom – an ihre Stelle treten bis Karsamstag die Ratschen. Auch in Neuberg sind wieder die Ministranten und Ministrantinnen als Ratschenkinder mit ihren Schubratschen zur Freude der Bewohner unterwegs.
Das Ratschen ist ein alteingesessener Brauch, der in katholischen Gegenden in der Karwoche gepflegt wird. Dabei ziehen Kinder mit hölzernen Lärminstrumenten durch die Straßen der Dörfer und Stadtteile, um die Gläubigen mit unterschiedlichen Sprüchen an die Gebetszeiten und Gottesdienste zu erinnern.
2015 nahm die Österreichische UNESCO-Kommission diesen Brauch, das Ratschen in der Karwoche, in das Verzeichnis des nationalen immateriellen Kulturerbes in Österreich auf. Zweck dieser Ausweisung ist ein verbindlicher Schutz des Ratschens als lebendige Kulturtradition. Die Ausweisung soll die Erhaltung, Bekanntmachung, Weitergabe und Weiterentwicklung von Traditionen fördern.
Nach dem Ratschen werden die Kinder beim sogenannten ‚Absammeln‘ mit Geld, Süßigkeiten oder Ostereiern belohnt.
Foto: Getrude Wukits